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Unterstützung des Programms „Traumberuf Chef“

Zum Antrag der Fraktion der FDP - Drucksache 5/620 -


Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, bis jetzt war ich ja nicht motiviert, aber das einhellige Stöhnen nach meinem Aufruf motiviert mich dann doch.


(Beifall DIE LINKE)


Wenn wir etwas gelernt haben, ist es, glaube ich, dass der Satz „Alles hängt mit allem zusammen.“ heute wieder bestätigt worden ist. Mal ganz ehrlich, auch mit Blick auf Herrn Emde, wir wussten doch alle, bevor diese Filz- und Bevorteilungsvorwürfe bei der FDP gelandet sind, auch heute in der TA, dass sie mit diesem Antrag Klientel-Politik machen, und auch das enttäuscht uns doch alle nicht.


(Beifall DIE LINKE, SPD)


(Zwischenruf Abg. Barth, FDP: Das ist eines der Probleme.)


Was mich nur ein wenig irritiert, ich wollte mich eigentlich gar nicht zu dem Programm äußern, dass doch ein so versierter Schulpolitiker wie Herr Emde sich für dieses Programm ausspricht. Ich meine, es geht ja schon beim Titel los: Chef als Beruf. Da spreche ich jetzt gar nicht davon, dass es „Chef“ und „Chefin“ heißen sollte. Aber mir ist nicht bekannt, dass es ein Berufsbild in Deutschland gibt, was Chef heißt.


(Zwischenruf Abg. Recknagel, FDP: Sie haben ja auch nicht viel zu sagen.)


Das heißt, die FDP hat einfach mal vergessen, dass eigentlich zu einem ordentlichen Chef oder einer Chefin sein eine vernünftige Ausbildung gehört, eine Hochschulausbildung,


(Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


und dass das das eigentliche Problem in Deutschland ist, dass es immer noch nicht genügend Ausbildungsplätze für junge Menschen gibt, die sich dann möglicherweise entscheiden könnten, ein Unternehmen zu führen oder in leitende Position zu gehen. Die FDP hat noch nichts gehört von Programmschwemme im berufsbildenden Bereich, dass wir unzählige Programme haben, wo nicht mal Experten mehr durchsehen, deswegen setzen wir ein nächstes auf, das könnte dann vielleicht jemand umsetzen, weil es auf einmal das neueste ist und ganz oben auf der Liste steht. Aber auch damit ist niemandem geholfen.

Ich will damit sagen, Programmfetischismus hilft hier keinem weiter, außer möglicherweise einem FDP- nahen Unternehmen.


(Beifall DIE LINKE)


Ich möchte gar nicht mehr so viel dazu sagen.


(Zwischenruf Abg. Recknagel, FDP: Sie haben ja auch nicht viel zu sagen.)


Ich habe eine ganze Menge dazu zu sagen, aber wie der Abgeordnete Emde schon sagte, die Abgeordneten möchten in ihre Wahlkreise und wer keinen Wahlkreis hat, bestimmt zu der Familie zurück.


(Unruhe CDU)


(Heiterkeit FDP)


Ich habe einen Wahlkreis, genau, dahin kann ich zurück, deswegen haben Sie leider den Abgeordneten Panse nicht mehr in Ihren Reihen.


(Beifall DIE LINKE)


Ich will eigentlich nur sagen, von einer Fraktion, einer Partei, die auf das Wohl des Einzelnen gegen die Gemeinschaft setzt, wo Leistung zählt, ist nichts anderes zu erwarten als ein elitäres, ausgrenzendes und fehlinformierendes Programm, das noch dazu im Thüringer Lehrplan implementiert werden soll. Deswegen wird meine Fraktion diesem Antrag nicht zustimmen. Ich hoffe, dass die FDP-Fraktion nicht weiter solche Anträge einbringt. Danke.


(Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

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