Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Susanne Hennig-Wellsow

Entscheidung ohne Zwang

Das ist eine Geisterdebatte: Zum einen wissen wir noch gar nicht, ob Geimpfte tatsächlich niemanden mehr anstecken können. Solange es da auch nur den geringsten Zweifel gibt, verbietet sich jede Unterscheidung zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften.

Zum anderen gibt es noch gar nicht genug Impfstoff für alle, die es wollen. Im Sommer wird sich das wohl ändern, aber bis dahin dürfen wir nicht diejenigen benachteiligen, die gern wollen, aber nicht dürfen.

Selbstverständlich sind die Grundrechte eines jeden Einzelnen ein sehr hohes Gut. Und ja, wenn die Gründe für die Einschränkungen entfallen, dann darf es auch keine mehr geben. Aber so weit sind wir leider noch lange nicht.

Bis dahin aber bedeutet jede Unterscheidung zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften am Ende nichts anderes als eine Impfpflicht durch die Hintertür, und die wäre falsch. Denn so wichtig diese Impfung gerade für unser Gemeinwesen ist: Jede Impfung hat immer auch ein Restrisiko, und jeder Mensch sollte frei darüber entscheiden dürfen, ob sie oder er das möchte.

Für mich selbst ist die Entscheidung klar: Nach sorgfältiger Prüfung halte ich das Risiko der Impfung für sehr, sehr viel geringer als die Gefahr einer Corona-Infektion. Ich würde mich sofort impfen lassen. Aber diese Entscheidung darf nicht mit direktem oder indirektem Zwang von außen aufgedrückt werden.

Und machen wir uns nichts vor: Wenn nur Geimpfte bestimmte Jobs bekommen oder verreisen dürfen, dann ist das ein indirekter Impfzwang. Und der wird unweigerlich dazu führen, dass noch mehr Menschen die Impfung ablehnen. Wir brauchen in der jetzigen Situation keine Spaltung der Gesellschaft, sondern noch mehr Solidarität!

Die Gegenposition von Georg Maier finden Sie hier.


Susanne auf Twitter

Unsere Politik

Ein zentraler Anspruch an uns selbst lautet, sich nicht abzufinden mit Zuständen, die viele Menschen von den großen Möglichkeiten ausschließen, die diese Gesellschaft längst hervorbringt. Die Welt ist reich genug für alle, das sehen wir jeden Tag und wir sehen auch, wer diesen Reichtum produziert. Wir wollen, dass die Gesellschaft der vielen auch wieder mehr davon hat, und sich nicht wenige einen großen Teil davon aneignen. Wir bestehen darauf, dass sich Dinge ändern, weil wir sehen und spüren, wo es den Menschen an gesellschaftlicher Anerkennung, an sozialem Respekt, an ermöglichter Würde fehlt. Damit ist in knapper Form das umrissen, was unsere Verantwortung ausmacht. Verantwortung? Damit wird üblicherweise die Übernahme einer Verpflichtung bezeichnet, und wir können das ganz wörtlich für unseren politischen Standpunkt nehmen: die Verantwortung, alles in Bewegung zu setzen, damit Menschen besser, selbstbestimmter, sicherer und geborgener leben können.