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Susanne Hennig-Wellsow

Alle Einsätze auf den Prüfstand

Die Bundeswehr verlässt Afghanistan mit einer erschütternden Bilanz. Die 20 Jahre Kampfeinsatz haben 59 Bundeswehrsoldaten und tausende afghanische Zivilisten das Leben gekostet. Hinzu kommen 12,5 Milliarden Euro und viele kriegstraumatisierte Menschen. Und nun verlässt die Bundeswehr ein Land, das den Taliban und Warlords auch weiter aus eigener Kraft nichts entgegenzusetzen hat. Mit dem Abzug kehren die Taliban zurück und es kommt vermehrt zu tödlichen Anschlägen, unter anderem auf Frauenrechtlerinnen und Journalistinnen.

Gemessen an Zielen wie Stabilität, dem Aufbau eines demokratischen Staates und dem Schutz der Grundrechte, kann man den Einsatz nur als gescheitert bezeichnen.

Für mich stellt sich sehr die Frage, ob dieser Kriegseinsatz der Bundeswehr je geeignet war, solche Ziele zu erreichen. Für mich stellt sich auch die Frage, ob es nicht bessere zivile Mittel gegeben hätte. Und diese Frage stellt sich in meinen Augen für jeden Auslandseinsatz der Bundeswehr.

Ich schlage dazu eine Enquete-Kommission im Bundestag vor, die in einem engen Zeitrahmen mit Fachexpertise für alle Auslandseinsätze der Bundeswehr untersucht, was sie bringen und ob es Alternativen gäbe, die gesetzten Ziele besser zu erreichen. Der Bundestag sollte diese Fragen einmal vorurteilsfrei prüfen. Gerade auch mit Blick auf das aktuelle Debakel der Mali-Mission. Das sind wir allen Opfern dieser Konflikte schuldig.


Wahlspot Susanne Hennig-Wellsow zur Bundestagswahl

Bundestagswahl 2021

Liebe Wählerinnen und Wähler in Erfurt, Weimar und dem Grammetal,

DIE LINKE hat knapp den Einzug in den Bundestag geschafft, das stellt uns in den kommenden vier Jahren vor besondere Herausforderungen.
Ich werde Erfurt, Weimar und das Grammetal im Bundestag, für Sie und Euch, vertreten.
Für eine gerechte, lebensfrohe Zukunft für dieses Land und für Sie. Ich streite für diejenigen, die von der Politik bisher zurückgelassen wurden. Mit klarer Haltung gegen Rechts und für mehr Demokratie.

Susanne Hennig-Wellsow

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Unsere Politik

Ein zentraler Anspruch an uns selbst lautet, sich nicht abzufinden mit Zuständen, die viele Menschen von den großen Möglichkeiten ausschließen, die diese Gesellschaft längst hervorbringt. Die Welt ist reich genug für alle, das sehen wir jeden Tag und wir sehen auch, wer diesen Reichtum produziert. Wir wollen, dass die Gesellschaft der vielen auch wieder mehr davon hat, und sich nicht wenige einen großen Teil davon aneignen. Wir bestehen darauf, dass sich Dinge ändern, weil wir sehen und spüren, wo es den Menschen an gesellschaftlicher Anerkennung, an sozialem Respekt, an ermöglichter Würde fehlt. Damit ist in knapper Form das umrissen, was unsere Verantwortung ausmacht. Verantwortung? Damit wird üblicherweise die Übernahme einer Verpflichtung bezeichnet, und wir können das ganz wörtlich für unseren politischen Standpunkt nehmen: die Verantwortung, alles in Bewegung zu setzen, damit Menschen besser, selbstbestimmter, sicherer und geborgener leben können.